Montag, 12. Juni 2017

Von den Bergen bis zur Hauptstadt Tirana

Rainer hat ja schon erwähnt, dass unser letztes Hotel nicht der Hammer war (in der Gegend gibt es aber sonst kein anderes) und genau so war die Nacht. Wir haben beide ziemlich Rückenweh und sind daher früh auf den Beinen. Nach einem einfachen Frühstück fahren wir weiter durch das albanische Hinterland. Auf der ersten Strecke haben wir ziemlich Pech mit der Beschaffenheit der Straße: Schlagloch an Schlagloch und dazwischen reichlich Splitt und Dreck. Da hat die "Ideallinie" nichts mehr mit Kurvenspaß zu tun, sondern eher, wie man möglichst sicher voran kommt.
 
Die zweite Hälfte des Vormittags können wir die Reifen dann aber wieder schön rund fahren. Toller Asphalt und harmonische Kurven. Dass die Straße immer wieder abfällt, mag die Autofahrer ziemlich stören, mit dem Motorrad macht das aber sogar richtig Spaß. 

Mittags holen wir uns in einem Minimarkt ein bisschen frisches Obst und Gemüse und fahren zum nächsten Berg, um im Schatten unseren Snack einzunehmen. Die Straße über den Berg nach  ist unbefestigt und die Alternative zu 60 km geteertem Umweg. Wir fahren die ersten 5 km, aber kein schatziges Plätzchen für die Mittagspause und die Steine werden immer größer und der Schotter immer loser. Bei der Hitze ziemlich anstrengend! Wir finden dann doch ein nettes Plätzchen mit Blick ins Tal und entscheiden uns, die 60 km geteert um den Berg herum zu fahren.


Und das war auf jeden Fall die bessere Alternative! Super Asphalt, lustige Bodensenkungen und eine hammer Landschaft: Grüne Büsche, rote Erde und türkisenes Wasser. 

Liqeni Shkopeti oder auf deutsch: Shkopeti Stausee
Am Nachmittag wollen wir noch und die gleichnamige Burg mit dem Skanderbeg Museum (dies ist der albanische Nationalheld) kurz vor Tirana besichtigen. Das Navi schickt uns in einen Feldweg (das wäre wohl die kürzeste Strecke gewesen), ein komisches Geräusch bei Rainer am Hinterrad und ... ein fetter Nagel, der im Reifen steckt und bei jeder Umdrehung gegen den Spritzschutz klappert.
Jetzt muss es schnell gehen: Die Motorräder umgedreht, zurück zur geteerten Straße und im nächsten Café mit Händen und Füßen unser Problem erklärt, der nächste Reifenhändler ist nur wenige 100 Meter entfernt. Mit 1,3 Bar auf der Luftdruckanzeige fahren wir auf den Hof. Der Mechaniker kann uns sofort helfen und hat das Hinterrad innerhalb von Sekunden mit einem Propfen repariert, Luft rein und fertig. Was für ein Glück!
Propfen rein und gut ist...
Wir besichtigen dann doch noch und fahren anschliesend nach Tirana, Albaniens Hauptstadt.  Pünktlich zur Rushhour sind wir da und der Verkehr ist wirklich eine Katastrophe. So was hab ich noch nie erlebt!
Abends bummeln wir gemütlich durch die Stadt und essen traditionell Albanisch (das Restaurant ist eine Empfehlung der Dame am Empfang). Ich bin ganz begeistert, da es 8 vegetarische Gerichte gibt und nur 3 mit Fleisch. Wir lassen uns eine bunte Platte zusammenstellen, so können wir von allem mal probieren. Sehr sehr lecker! Überhaupt ist Tirana überraschend schön und wir sind sehr angetan von dem bunten Treiben auf den Straßen.
National History Museum- Muzeu Historik Kombëtar

Am Skanderbeg-Platz Tirana

Rathaus Tirana

Sonntag, 11. Juni 2017

Entschleunigter Tag auf dem Koman-Stausee

Da die letzten Tage eher heftig waren, haben wir heute das "Rentnerprogramm". Nach gestriger Rücksprache mit unserem Hotelier dauert die Anfahrt zur Fähre ca. 2. Stunden - mit abschätzendem Blick auf uns und unsere Mopeds meint der dann mit einem Grinsen im Gesicht: "Ihr braucht dazu nur eineinhalb Stunden, mit dem Bike seid ihr schneller". Auf die Frage warum, meint er nur die Strasse sei etwas "bumpy". Er soll Recht behalten, wir haben ziemlich genau 90 Minuten gebraucht und unsere malträtierten Rücken senden bereits die selben Signale wie die Tage zuvor. Die Strasse ist war zu 100 % zu 90% geteert, die restlichen 10 % bestehen aus feinsten Strassenschäden und Absenkungen, die für die komplette Nutzung des Federwegs sorgen. Die letzten 500 Meter vor dem Fähranleger verlaufen sehr abenteuerlich durch einen rohen und unbeleuchteten Tunnel, dann stehen wir an der Oberkante des Lake Koman Staudamms. Allein das Beladen des Dampfers ist ein Fest: aalglatte Metalloberflächen mit 5 cm hohen Querrillen, da wurde mal wieder an die Mopedfahrer gedacht 😉.

Obwohl das Teil eine Roll-on/Roll-off Fähre ist, werden alle Fahrzeuge auf der Fähre gedreht, weil bei der "Einfahrt" auch wieder ausgefahren wird. Wir sind die einzigen Mopedfahrer an Bord, ansonsten ist der Kahn voll mit deutschen Touristen. Drei Busse voll mit studienreisenden Rentnern (tatsächlich ein großer Reisebus von STUDIOSUS. Wusste gar nicht, dass diese Albanien im Programm haben) und eine handvoll Wohnmobilisten.

Die knapp dreistündige Überfahrt wäre ganz entspannend, wenn das Deck nicht durch zwei lokale DJ´s mit albanischer Volksmusik in 100 Phone beschallt werden würde. Ich habs mit Fassung getragen und mir einstweilen die schöne Landschaft angeschaut. Unsere Kleingruppe von vorgestern haben wir auch wieder getroffen und ganz nebenbei sehr viel interessantes aber auch trauriges über die Blutrache und den Kanun, das albanische Gewohnheitsrecht gelernt.

Gegen 15:00 Uhr kommen wir in Fierze an und haben nun noch 85 km bis zu unserem heutigen Hotel. Gute 2,5 Stunden veranschlagt das Navi hierfür und diese brauchen wir auch locker - die gesamte Strecke besteht quasi nur aus Kurven. Sehr schön zu fahren, aber leider immer wieder mit Split und Dreck versaut. Die Landschaft ist mal wieder ein Traum: stahlblauer Himmel, blutrote Erde und im Tal das türkisfarbene Wasser des Fierze-Stausee, dem wir über eine Stunde folgen.
Nur ein sehr blasser Abklatsch der tatsächlichen Aussicht

Auf der gesamten Strecke begegnen uns gerade mal zwei Allrad Bussle mit D-Kennzeichen, sechs Vespas mit italienischen Chaotenpiloten (der Letzte kam mir sauber auf der Innenseite meiner Kurve entgegen, zauberhaft im wahrsten Sinne des Wortes). Ein Bauer mit 5 Kühen - ich habe die letzte Stunde kein Haus gesehen und eine weiterer Kuhhirte im Nirgendwo mit seiner kleinen Tochter. Ansonsten scheint die Gegend gänzlich unbesiedelt.
Albania at its best - die Lösung eines kleinen Problems
 Gegen 17:30 Uhr kommen wir in Fushë-Arrëz an, der garantiert hässlichsten Stadt in ganz Albanien (ich habe zwar noch nicht viel gesehen, aber hässlicher geht nimmer).
In Wirklichkeit noch viel hässlicher, leider. Die Gegend hätte Potential

Das Hotel passt ins Stadtbild und am liebsten würde man den 1. Gang einlegen und heftig die Kupplung kommen lassen. Aber wie immer kehrt sich dann doch noch alles zum Guten. Der jugendliche Bediener spricht ordentlich Englisch und ist überaus freundlich und das Abendessen ist ebenfalls sehr solide und schmackhaft. Über das Zimmer für 28,- € incl. Frühstück verliere ich jetzt mal kein Wort... Alles Bestens, wir sind satt und gesund und dies scheint in dieser ärmlichen Gegend nicht immer selbstverständlich für jeden zu sein.

Samstag, 10. Juni 2017

Off the Road again

Der Plan für den heutigen Tag war, über die "Südroute" wieder zurück nach Shkotra zu fahren. Diese ist auf 75 km geschottert und war daher als Tagesetappe gedacht. Martin und Wolfgang fahren uns ja voraus und haben uns schon gewarnt, dass die Route ziemlich heftig ist bzw kaum fahrbar ist. Die beiden mussten spontan bei Bergleuten übernachten, da sie in die Dunkelheit gekommen sind. Auch die Einheimischen warnen uns, dass diese Strecke nur was für "the crazy ones" ist.
Wir werden also die selbe Route zurück fahren, wie wir gekommen sind. Da diese deutlich weniger Zeit braucht, lassen wir uns mit dem Frühstück Zeit und schauen uns noch das Dorf Theth an. Hier gibt es z.B. einen Schutzturm (Kulla) für die Opfer der Blutrache. Außerdem ist Theth eines des wenigen katholischen Dörfer im sonst überwiegend muslimischen Albanien.Wobei Religion eh nicht so ausgeprägt gelebt wird, da Albanien in der kommunistischen Ära über 20 Jahre zum atheistischen Staat erklärt wurde und Religionsausübung verboten war.
"Kulla" von Theth, in diesem Raum im dritten Stock des Turms hauste der Verfolgte oft jahrelang


Dann fahren wir die ersten 10 km der angedachten Strecke, bis zum "Blue Eye". Einer wunderschönen Quelle, welche über mehrere Kaskaden zu Tal stürzt. 
 
Schon auf diesen paar Kilometern wird klar, diese Route ist wirklich deutlich heftiger zu fahren. Man sieht es auf den Bildern nicht so sehr, aber die ganzen Steine sind lose und man schwimmt und rutscht auf dem Schotter. Dazu kommen immer wieder große Steine über die man hoppelt. Und dieser Teil der Strecke gilt noch als "fahrbar"...


"Leichte" Bodenberührung - der Spiegel und ich sind aber wohlauf :-)
Wir drehen um und fahren unsere gestrige Route wieder zurück Richtung Shkotra. Im geteeren Teil talabwärts machen wir noch einen Abstecher nach Razëm und essen dort in einem gemütlichen Restaurant spät zu Mittag.
Nach "nur" 120 km, davon 38 km auf unbefestigter Straße , sind wird abends trotzdem richtig müde. Die Knochen tun weh und man spürt, dass man körperlich arbeiten musste. Morgen gibts zur Erholung einen entspannteren Tag 😀
Kleine Wasserdurchfahrt 

Man(n) könnte meinen Maren betet ihr Motorrad an - Nein, das Handy ist der Götze. 

Und zur Abwechslung gibts auch mal ein Bild von Rainer 
Mein erster Eindruck von Albanien ist sehr positiv. Wir sind allerdings bisher auch in einer Gegend, in der man auf Touristen eingestellt ist. Wir kommen sehr gut mit Englisch durch und werden überall freundlich empfangen. Das Land ist ursprünglich, aber trotzdem nicht so rückständig wie Rumänien. In den Gaststätten auf den Dörfern bekommt man gute selbstgemachte Kost mit Gurken, Tomaten und Salat vom eigenen Acker. Die Schweine laufen frei auf der Straße herum und dürfen sich im Dreck suhlen. Nichts ist auf Masse ausgelegt. Aber das wird die nächsten Jahre sicherlich leider kommen.

Freitag, 9. Juni 2017

Das Abenteuer Albanien beginnt

In unserem Hotel am Strand von Montenegro hatten wir das Glück, dass wir die Motorräder bequem in der Tiefgarage unterbringen konnten. Allerdings führte dies dazu, dass das Navi beim Starten am Morgen keine Satelliten finden konnte. Auch ein Neustart der Route unter freiem Himmel half nichts, irgendwie hatte sich das Navi verspult und so fuhren wir den ersten Teil des Tages nur nach Track bzw Luftlinie.
Den Vormittag ging es auf einem kleinen Sträßchen über den Berg bis an den Skutari See. Die Straße ist kaum befahren und uns kommt auf den 60 Kilometern nur ein einiges Fahrzeug entgegen. Das erklärt auch, warum am Straßenrand reichlich Schildkröten zu finden sind, die völlig entspannt die Sonne genießen. 

Der Blick auf den Skutari See ist überwältigend und wir stehen lange am Ufer und lassen den Blick schweifen. 

Dann fahren wir am Rand des Sees entlang bis zur Grenze nach Albanien. Auch hier hat sich wieder eine längere Schlange in zwei Reihen gebildet. Wir stellen uns hinten an und wollen uns schon auf eine längere Pause einrichten, da spricht uns ein Fahrer aus einem Auto in englischer Sprache an, dass wir als Motorradfahrer nicht anstehen müssen, wir können die ganz linke Spur (den Fußgängerdurchgang) nehmen. Etwas unsicher, ob das wirklich okay ist, fahren wir vor und über eine Rampe zum Grenzübergang. Tatsächlich ist es hier üblich, dass Zweiräder (egal ob Fahrrad oder Motorrad) einfach den Fussweg über die Grenze nutzen können. Was uns auch verwundert ist, dass die Ausreise hier auch gleichzeitig die Einreise ist. Man muss also nur einmal halten und die Dokumente abgegeben. 

Kurz hinter der Grenze wartet dann unser Mittagessen auf uns. Der Kellner spricht gutes Englisch und ist sehr zuvorkommend. Er erzählt uns, dass dieses Jahre schon deutlich mehr deutsche und zentraleuropäische Touristen in der Gegend sind und der Tourismus sehr zunimmt.
Dann fahren wir durch Shkoder, unsere erste große albanische Stadt. Der Verkehr ist nach unserem Geschmack: Jeder fährt wie er will, aber jeder gibt auf den anderen Acht. Es geht weiter Richtung Theth, ein Dorf in den Albanischen Alpen, das nur offroad zu erreichen ist. Die ersten Kilometer bis zur Passhöhe sind geteert, danach folgen 15 km Schotter.
Wir lassen uns Zeit für die Stecke und halten mehrmals an um Bilder zu machen. Ich habe auch daran gedacht, die Spiegel am Motorrad einzuklappen bzw zu lockeren, damit diese nicht beim ersten Sturz wieder dem Schottergott geopfert werden. 

Die Strecke ist aber gut zu fahren, nur die letzten Meter bis zur Herberge müssen wir ein Flussbett auf losen Steinen hochfahren. Trotzdem bin ich ziemlich müde als wir ankommen. 
Blick von unserer Herberge auf die Albanischen Alpen.

Hier in Theth hat es nicht viele, aber dafür reichlich deutsche Touristen. Wir waren auf vieles eingestellt, aber nicht darauf, dass wir uns im wilden Albanien auf Deutsch unterhalten können. Wir sitzen mit einer sehr amüsanten Truppe am Tisch und erholen uns bei gutem Essen und einem Glas Wein. 


Gegen 22 Uhr kommt noch eine Gruppe italienischer Endurofahrer in der Herberge an. Diese hatten sich ziemlich in der Zeit verschätzt und mussten die letzten anderthalb Stunden im Dunkeln fahren. Für mich wäre das ein Horror, die Jungs haben es aber locker genommen, obwohl sie auf dem Zahnfleisch daher kamen.
Motorrad(an)sammlung am nächsten Morgen.


Donnerstag, 8. Juni 2017

Fahrt durch Montenegro

Ein dickes Lob an den Tourenplaner: Heute hatten wir einen richtig tollen Fahrtag!!
Die erste Stunde am Morgen war noch in Kroatien. Kurz nach Dubrovnik haben wir eine verlassene und im Krieg zerstörte Hotelanlage "besichtigt". Diese wurde nicht wieder aufgebaut und zeugt somit von einer anderen Zeit. Die Hotels müssen wirklich schick gewesen sein und ich kann mir vorstellen, wie hier vor wenigen Jahrzehnten der Tourismus geboomt hat. Weniger kann ich mir vorstellen, wie hier Mann gegen Mann geschossen wurde 😔

Top Lage und steht trotzdem seit 25 Jahren leer...
 Weiter geht es durch den südlichsten Zipfel Dalmatiens. Eine einmalige Landschaft im sonst eher steinigen und buschigen Kroatien. Vor allem die rote Erde und die spitzen Zypressen prägen das Landschaftsbild und ich frage mich, woher diese wohl kommen.
 
Dann kommen wir an die Grenze von Montenegro. Vor dem kroatischen Ausreisehäuschen hat sich schon eine kleine Schlange an Fahrzeugen gebildet. Die Menschen stehen auf der Straße rum, das kann nichts Gutes heißen. Nach 10 Minuten hat sich noch nichts bewegt, wir stehen in der prallen Sonne...nicht schon wieder... Rainer hat die tolle Idee und läuft in voller Motorradmontur vor zum Grenzwächter und fragt freundlich, ob wir mit den Motorräden hier vorne im Schatten warten dürften. Ein mitleidiger Blick und die Info, dass wir nach vorne fahren können, wir kommen gleich als nächstes dran! Juhu!!!
Die Einreise nach Montenegro war kein Problem. Keine wartenden Fahrzeuge, nur Ausweis, Fahrzeugschein und grüne Versicherungskarte - Herzlich willkommen!
Weiter geht es zur Bucht von Kotor. Erst fahren wir unten am Meer entlang und dann über zig Kehren hoch hinauf auf den Lovćen  bei 1.700 m. Da es unten am Meer so heiß ist und wir in unserer Motorradkleidung zerlaufen, haben wir uns heute als Mittagessen für ein Picknick hoch oben auf dem Berg entschieden. Mit Baguette, Ayvar, Käse, Wurst, Tomaten, Paprika und Feigen lassen wir es uns schmecken. Dazu die tolle Aussicht - fantastisch! 

 Am Nachmittag besichtigen wir noch das Mausoleum von Petar II Petrovic-Njegos auf dem
Lovćengipfel und fahren dann wieder runter aus dem Gebirge ans Meer. In Cetinje ist der Belag so glatt, dass Rainer beim leichten Anbremsen das Vorderrads gehörig wegrutscht, zum Glück ist dies nicht überall so (muss wohl früher Standard gewesen sein 😅)
Unser Hotel liegt direkt am Strand und ich freue mich schon auf das erfrischende Meerwasser. 
In Kotor am Strand 34 Grad, hier oben gerade mal 17 Grad 

Morgen geht es weiter nach Albanien. Ich bin schon sehr gespannt.😀

Mittwoch, 7. Juni 2017

Fahrfreier Tag mit Freunden und Kultur

Nachdem das gemeinsame Abendessen mit Martin und Wolfgang gestern Abend leider nicht geklappt hat, haben wir uns heute früh zum gemeinsamen Frühstück im Restoran Panorama  auf dem Bergrücken über Dubrovnic getroffen. 


Die Aussicht auf die Stadt ist gigantisch und die Preise hier oben ebenfalls. Massen von hauptsächlich asiatischen Touristen werden über eine Seilbahn zu dem Aussichtspunkt befördert und knipsen wie wild in jede Himmelsrichtung.
Wir genießen ebenfalls die tolle Lage und tauschen uns bei Cappuccini und Sandwich aus. Wie war eure Fahrt bisher? Welche Eindrücke habt ihr? Und vor allem, wie geht es weiter? Die letzten Tage sind uns die beiden "hinterher" gefahren. Durch unseren fahrfreien Tag und die Woche länger Urlaub überholen uns die beiden nun. Gerade in Albanien kann das für uns ein Vorteil sein. Wir haben uns so gut es geht in Foren und mit Google Streetview auf die Straßenverhältnisse dort  vorbereitet, aber so sind wir natürlich bestens informiert, wenn es Sperrungen oder nur schwer zu fahrende Straßen geben sollte.
Nach dem gemeinsamen Frühstück trennen sich unsere Wege wieder. Martin und Wolfgang machen sich weiter auf den Weg über Montenegro nach Albanien und Rainer und ich schauen uns die Altstadt von Dubrovnic an.


Wir können das Motorrad elegant an der Stadtmauer parken und alle unnötigen Kleidungsstücke in den Motorradkoffern einschließen. 

Die Altstadt von Dubrovnic ist seit 1979 Weltkulturerbe und komplett autofrei. Durch die engen Gassen mit den vielen Treppen würde eh kein Fahrzeug kommen. Die Stadt ist wunderschön und wirklich sehenswert, aber völlig überlaufen von Touristen. Eigentlich ein einziges Freilichtmuseum, bestehend aus Cafés, Restaurants, Hotelzimmern und Souvenirläden. Wir gönnen uns ein Bier und einen Cider für umgerechnet 12 €. Um dem "Gastronomen" keinen Aufwand zu machen, gabs die Getränke auch noch im Plastikbecher. Den muss man nicht spülen und kann diesen einfach im Müll entsorgen. Irgendwie reicht es uns dann an Touristen-Abfertigung.... 
 
Wir machen mit dem Motorrad noch eine Stadtfahrt durch den restlichen Teil von Dubrovnic, kaufen im Supermarkt zu nichttouristen Preisen eine Wassermelone und kühle Getränke und fahren zurück zu unserem Apartment.

Hier sitzen wir nun auf unserer privaten Veranda und schreiben am Blog, essen Melone und genießen den Urlaub.
Später wollen wir noch die 150 Meter zum Strand runter laufen und dann in einem Restaurant außerhalb der Tourimeile essen. Feiner Tag heute. 😀

Dienstag, 6. Juni 2017

Zöllner/Grenzbeamte sind seltsame Wesen...

Heute war eigentlich ein ganz entspannter Tag durchs Bosnische Hinterland. Die erste Stunde ging es immer am Meer entlang der Markaska Riviera folgend. Ne richtig geniale Landschaft und erstaunlich viel Tourismus in einzelnen Abschnitten und dazwischen reichlich Niemandsland.


In Ploče wollten wir eigentlich nen Kaffee trinken, es stellte sich jedoch heraus, dass dies das hässlichste Kaff an der gesamten Kroatischen Küste ist, also nix wie weg in östlicher Richtung nach Bosnien Herzigowina. Die Landstrassen hier sind eher knapp bemessen, gerade mal zwei Meter Teer wurden zwischen Busch und Schotter verteilt, üblicherweise reicht das aus da hier eh nix los ist und einem oft eine halbe Stunde niemand begegnet.
Einsam gelegen entpuppt sich unsere Mittagsrast im Restaurant Etno Kuca als echtes Highlight. Ein Ökorestaurant mitten im Nirgendwo mit tollem Service und einer beachtlichen Küchenleistung.
 

 Der Nachmittag hat noch einige schöne Strecken und Landschaften zu bieten, wenn auch die Hitze heute mit 32 Grad wirklich übel ist.


Wieder einmal wird uns bewusst, dass hier vor 25 Jahren ein wüster Krieg tobte und die Narben immer noch nicht verheilt sind. Im "Grenzgebiet" zwischen Bosnien und Kroatien sieht man immer wieder verlassene und verfallene Häuser, oder wie Mitten im Ort Stolac, die Ruine mit den Einschusslöchern in der Fassade.

Das Navi zeigt noch 12 min. bis zur Ankunft, es ist 17:30 Uhr - alles perfekt nach einem langen heißen Tag mit 300 km auf der Uhr. Schnell noch durch ne kurze Baustelle und....
da Vorne staut es sich aus irgend einem Grund, wir stehen sicherlich seit bereits 15 min ehe sich die Karavane um nur eine Fahrzeuglänge bewegt. Wir müssen leider erkennen, dass die Bosnisch-Kroatische Grenze von Seiten der Kroaten akriebisch kontrolliert wird. Etwa im 5 Minuten Takt werden die Fahrzeuge abgefertig. Wer jetzt allerdings glaubt hier würde wirklich etwas "kontrolliert" täuscht sich. Als ich an der Reihe war durfte ich der Dame meinen Fahrzeugschein und Perso geben, kurz wurden einige Zeichen in den PC eingegeben und dann passierte laaange nichts. Meine Papiere gammeln auf der Theke rum und in der sich spiegelnden geschwärtzen Scheibe kann ich erkennen, dass die Dame nebenbei andere Daten auswertet - auf dem Bildschirm erscheinen Kinderbilder, Kennzeichen eines VW-Golf, Oma bei der Kaffeetafel... WTF machen die da??? Werden  hier einfach nur (in erster Linie) die Einheimischen gestriezt? Dieser kleine Übergang aus dem Hinterland von Bosnien wird fast nur von diesen benutzt. Nach guten 1 1/2 Stunden ist das nervige Procedere abgeschlossen und wir sind heilfroh endlich anzukommen.






Martin und Wolfgang haben sich zwei Tage nach uns auf unsere Spuren gemacht (hej, du hast da doch schon was ausgearbeitet... 😉) und haben uns nun heute eingeholt, da die Zwei das Programm in einer Woche weniger abspulen als wir.
An unserem vorgebuchten Quartier treffen wir uns, müssen dann jedoch feststellen, dass es in der Umgebung kein freies Zimmer mehr gibt. Daher beziehen sie einige Kilometer nördlich Quartier und wir sehen uns erst zum Frühstück am nächsten Tag.