Sonntag, 17. Juli 2016

Ein Tag in Zagreb

Den fahrfreien Tag haben wir heute für eine Sightseeing Tour durch Zagreb, die Hauptstadt Kroatiens, genutzt. Die Stadt hat einen ungeahnten Charme. Vor allem das Café-Viertel in der Oberstadt hat es uns angetan. Auf den Straßen und in den Gassen der Altstadt ist jede Menge los und das bunte Treiben wunderbar zu beobachten. 







Zagreb allein ist auf jeden Fall eine Reise wert und empfiehlt sich als Städtetrip über ein langes Wochenende.
Morgen früh haben wir unseren Termin in der BMW-Werkstatt, dann geht es hoffentlich mit der geplanten Route weiter. 



Samstag, 16. Juli 2016

Transferstrecke Berzasca - Zagreb

Jetzt haben wir die letzten 600 km bis zur Werkstatt auch geschafft. Insgesamt bin ich nun durch drei Länder und über 1100 km ohne Kupplung gefahren.

3 Tage, 1100 km, ca. 14 Stops
Teilweise eine recht nervenzermürbende Fahrt, bei jeder fernen Ampel die Hoffnung, die nächste Grünphase zu erwischen. Vor allem dann spannend, wenn man von irgendeinem Idioten kurz zuvor in halsbrecherischer Manier überholt wird und dieser dann im nächsten Dorf ganz generös für sämtliche Linksabbieger einen Stop einlegt und mich komplett ausbremst. Manchmal kommt man nur mit "zaubern" durch. Nach der Autobahnausfahrt kommt eine Stopstelle, davor drei LKW - es ist klar, dass ich das in langsamster Fahrt im 1. Gang nicht schaffe, also Bremse leicht angelegt und an LKW 2+3 vorbei gerollt, der Gegenverkehr spielt auch mit und weicht aus. Heikel wirds bei LKW Nr. 1, denn der steht immer noch an der Stopstelle und links davon parkt ein Polizeiauto mit zwei Polizisten. Halten geht nicht, also Flucht nach vorn - in dem Moment, als der LKW anfährt, ziehe ich das Gas auf und mogle mich zwischen Polizei und Lastwagen durch - da wird einem schön warm in der Jacke, bei gerade mal 14 Grad.


Nebenbei erwähnt, Regen hatten wir an diesem Tag zum ersten Mal im ganzen Urlaub, dies dafür umso heftiger. Gehalten wird freiwillig nur zum Tanken. Beim Tankstop wird dann auch gegessen, getrunken, die verspannten Gräten bewegt und alles andere erledigt.


Der serbisch/kroatische Grenzübertritt auf der E70 bei Lipovac ist angesichts der ca. 1km langen Warteschlange recht zeitraubend, für beide Grenzen brauchen wir ziemlich genau eine Stunde.
Dies ist jedoch noch gar nichts, ein in entgegengesetzter Schlange stehender  "albanischer Schwabe" mit RT-Kennzeichen erzählt, dass sie seit über drei Stunden stehen und noch auf Papiere warten. Beim Weiterfahren können wir auf der Gegenfahrbahn einen ca. 5 km langen Rückstau feststellen, da möchte ich nicht drinstehen. 
Zum Glück hat der Regen etwas nachgelassen

Gähnende Leere auf der Autobahn, nach der Grenze
Der Rest ist schnell erzählt: Mit Zittern die letzten 8 Ampeln und Kreisverkehre in Zagreb gemeistert und nun steht die GS also bei der einzigen BMW Werkstatt weit und breit und wird am Montag hoffentlich geheilt. Dann haben wir zwar drei "Fahrtage" verloren, können aber am Montagnachmittag wieder in unsere Route einsteigen und unseren Urlaub wie geplant zu Ende fahren.
Etwas Gutes hat der Zwangsaufenthalt ja - wir lernen Zagreb kennen. Der ADAC zahlt ein schönes Hotel und die Stadt ist absolut sehenswert und hat ein quirliges Nachtleben.




Freitag, 15. Juli 2016

Donaudurchbruch Eisernes Tor

Die heutige Etappe weicht, wegen dem Kupplungsproblem, etwas von der ursprünglich geplanten Route ab. Den schönsten Teil am Eisernen Tor und entlang der Donau konnten wir zum Glück aber fahren. Erwähnenswert ist, dass wir auf den 233 km nur 5 mal anhalten mussten. Einmal zum Tanken, einmal zum Mittagessen, einmal zum Sightseeing am Donaudurchbruch und nur 2 mal hat uns eine rote Ampel ausgebremst. Wir kommen uns vor wie Sandra Bullock und Keanu Reeves in "Speed" :-)
Das Eiserne Tor ist ein Durchbruchstal an der Donau. Dieses galt für die Schifffahrt als gefährlichster Flussabschnitt, der nicht ohne ortskundige Lotsen passiert werden konnte. Jahrzehntelang wurden die Schiffe flussaufwärts mit Lokomotiven getreidelt. Erst 1972, als für ein Kraftwerk ein Staudamm gebaut wurde, hat sich die Situation deutlich entschärft. 

 
Unsere letzte Nacht in Rumänien steht an. Die Pension liegt direkt an der Donau und hat einen Infinity Pool mit fantastischer Aussicht. Leider ist das Wetter etwas zu kalt zum Schwimmen. Ein Highlight ist auch unsere Dusche mit Panoramablick. 



Blick aus unserem Hotelzimmer auf die Donau

Geniales Bad/Dusche, mit Zugang zum Balkon 



















Donnerstag, 14. Juli 2016

Der heimliche Star: Die Transalpina

Nach mehreren Telefonaten am Morgen war klar, dass wir das Ersatzteil für die Kupplung frühestens in 7 Tagen bekommen, da die einzige BMW-Werkstatt in ganz Rumänien dieses nicht vorrätig hat und erst bestellen muss. Der Plan ist nun, dass wir das Ersatzteil von Deutschland per Express nach Kroatien schicken lassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die ADAC-Pannenhilfe für die gute Unterstützung! 

Ein Motorrad kann man zum Glück auch ohne Kupplung schalten. Nur das Anfahren ist also unser Problem. Landstraßen ohne Stadtverkehr sind daher gut machbar. Wenn wir Glück haben, kommen wir so bis Kroatien durch. Die Route muss natürlich etwas umgebaut werden und unsere Übernachtung in Belgrad (sorry Britta) wird leider gestrichen. 

Unsere heutige Etappe ist mit 220 km nicht lang und wir können diese glücklicherweise wie geplant fahren.

Über eine 30 km lange Schotterstrecke steigen wir in die Transalpina ein. Die Straße ist nicht schwer zu fahren, doch ich beneide Rainer nicht, dass er die Piste ohne Kupplung fahren muss.
Schon nach wenigen Kilometern auf der Transalpina sind wir begeistert! Bester Asphalt und harmonische Kurven, die flüssig zu fahren sind. Die Strecke ist nicht so spektakuläre wie die Transfagaraşan, aber deutlich angenehmer zu fahren und somit unser Favorit.



Am Urdelepass

Wenn wir halten, dann nur bergab. So kann ich Rainer anschieben und wir umgehen die Anfahrerei. Bei Kreuzungen fahre ich voraus und gebe ihm ein Zeichen, wenn frei ist. Alles etwas umständlich, aber wir kommen bis zu unserem Hotel durch. Eine Dusche und das gute Abendessen im Innenhof der Pension haben wir uns auf jeden Fall verdient. 



Mittwoch, 13. Juli 2016

Red Bull Romaniacs Race-Day 1 und Kupplung im Eimer....

Was für ein blöder Tag, zuerst stimmen die programmierten Punkte für die Spectator-Points (spannende Schdella, wo mer gugga ko) nicht und dann plagt uns die Hitze bei bis zu 35 Grad im Schatten.



Ansonsten ein ganz entspannter Tag, bis zum Nachmittag, als auf dem Rückweg zum Hotel plötzlich meine Kupplung nicht mehr trennt. Jetzt ist guter Rat teuer. Nach einem ersten Telefonat mit meiner Stammwerkstatt lautet die Ferndiagnose: entweder Kupplungsgeberzylinder oder Kupplungsnehmerzylinder - beides kleine Teile mit großer Wirkung. Durch den Tipp von Herrn Strohmaier bei BMW Brauneisen hatten wir noch einen sehr positiven Kontakt mit Catalin Ene, der hier in Sibiu Endurotouren anbietet. Leider konnte er uns in Sachen Ersatzteile auch nicht weiterhelfen, aber zumindest einige gute Tipps geben um die Kupplungsleitung zumindest teilweise zu entlüften.
Dadurch ist zumindest kurzfristig wieder kuppeln möglich - zum anfahren reichts.

Im Fahrerlager konnte ich beim englischen KTM Racetruck ein Fläschchen "Clutch Fluid" ergattern um unterwegs immer wieder meinen Ausgleichsbehälter nachzufüllen. Mal schauen, wie weit wir damit kommen.

Jetzt gilt es irgendwo in Rumänien das passende Ersatzteil zu finden.

Durch die technischen Schwierigkeiten, fehlte leider die Zeit, die Bilder und Videos zu sichten - diese werden im Laufe der nächsten Tage nachgereicht. :-)

Dienstag, 12. Juli 2016

Red Bull Romaniacs Prolog-Day

Unser erster Pausentag - zumindest was das Moped fahren angeht. Aber mit der anstrengendste überhaupt, beide sind wir platt bis in die Zehen.
Den ganzen Tag über treiben wir uns an der eigens gebauten Rennstrecke für die Startrennen der Rallye herum und machen ordentlich Kilometer zu Fuss.





Dazu noch ein wenig Sigtseeing in Hermannstadts Altstadt, und dies bei 32 Grad im Schatten. Locker kommen laut Schrittzähler rund 13 km zu Fuß zusammen.

Rathaus am Großen Platz
Die Red Bull Events sind ja immer etwas durchgeknallt - hier in Sibiu gleicht dies einem Volksfest, die ganze Stadt ist auf den Beinen und die Stimmung ist einzigartig.
Wer mehr dazu sehen will klickt hier:
http://www.redbullromaniacs.com/live/



Hier gibts noch ein aktuelles Video von heute: https://youtu.be/OViFyDOWSgE

Das soll es für heute schon gewesen sein - jetzt gehts zur letzten Runde durch die Stadt und zum Abendessen.

Montag, 11. Juli 2016

Transsilvanien und Transfăgărășan

Als erstes steht heute ein Besuch bei Dracula auf dem Programm.
Die Burg Bran wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, da sie  der Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.
Dracula Schloß Bran
Rund um die Burg sind reichlich Souvenir Läden aufgestellt. Rainer kann sich dafür nicht begeistern und so drehe ich alleine eine Runde durch das bunte Treiben und schaue nach Mitbringseln.

Nach dem Mittag kommen wir zum Highlight unserer Rumänien-Reise: Die Transfăgărășan ist eine 117 km lange Hochstraße, die das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen  verbindet. Der höchste Punkt liegt bei 2042 m. Insgesamt verläuft die Hochstraße über 833 Brücken und 28 Viadukte.

Transfăgărășan nördlicher Teil
Um den Vidraru-Stausee führen laut Karte zwei Strecken, einmal östlich und einmal westlich herum, und wir haben uns bei der Vorbereitung der Reise schon gewundert, warum alle Routen immer entlang der östlichen Seite des Sees verlaufen. Auch Google-Streetview konnte uns nicht weiterhelfen. Nun wissen wir es ;-) 
Die Strecke auf der Westseite ist unbefestigt und daher spontan die Strecke, die wir gewählt haben. Und das war genau die richtige Entscheidung! Wir hatten 20 km Offroad-Spaß für uns alleine. Mit jeder Menge Pfützen, Schlammlöcher und Schotter. Bei gutem Wetter eine Spaßroute - nach starkem Regen mindestens Denzel 4. Am Ende haben wir über beide Ohren gestrahlt und waren von oben bis unten mit Dreck bespritzt. Jetzt sehen die Motorräder endlich wie Reiseenduros aus :-)



Der bekannteste Teil der Transfăgărășan erwartet uns nach der Passhöhe. Kehre um Kehre geht es einige Kilometer ins Tal hinunter.


Aufgrund der Längsrillen im Asphalt ist der Part nicht schnell zu fahren, aber so hat man wenigstens etwas Zeit diese einmalige Straße zu bewundern. 
Ziel für heute Nacht und bis Donnerstag ist Sibiu/Hermannstadt, dem Zentrum Siebenbürgens. 
Hier finden die Red Bull Romanicas statt. Aber davon später mehr.

Sonntag, 10. Juli 2016

Zurück in die Karpaten bis Braşov

Heute ging es vom Schwarzen Meer zurück in die Karpaten. Die ersten 250 km durch das Flachland wurden zügig auf Autobahn und Landstraße zurückgelegt. Ab dem Mittag wurde es dann wieder kurviger. Insgesamt haben wir es heute auf fast 500 km geschafft.
Kilometerlang auf Schotter zu den Schlammvulkanen
Als Sehenswürdigkeit standen heute die Schlamm-Vulkane auf dem Programm. Die vom Navi vorgeschlagene kürzeste Strecke dorthin war offroad und führte durch eine tolle Landschaft. Bei den Schlamm-Vulkanen angekommen, erwarten uns wieder die bekannten  Touristenbusse. Sehenswert ist die Schlammlandschaft trotzdem!
Hier zwei kurze Videos: https://youtu.be/rqn1Q184Xhk und https://youtu.be/KicA8bfo3Nc

Blubbbb
Wie eine Gazelle ;-)))
Skurille Landschaft unterhalb der Vulkane
Weiter ging es Richtung Braşov. Die ersten Kilometer auf der DE10 waren etwas zäh. Die Dörfer in Rumänien sind zum großen Teil in einer Häuserreihe entlang der Straße gebaut, so ein Dorf kann sich also über viele Kilometer ziehen. Tempomäßig macht das keinen allzu großen Unterschied. Die von der Polizei tolerierte und allgemein gefahrene Geschwindigkeit beträgt ca. 75 km/h innerorts. Wer deutlich zu schnell ist, wird mit einem kurzen Aufheulen der Sirene ermahnt. 
Ab dem Buzău-Stausee wurden die Straßen deutlich leerer und die Strecke ist wunderschön zu fahren.
Buzău-Stausee


   

 Übernachten tun wir heute in Braşov. Unser Hotel liegt ziemlich zentral und so hat es uns vor dem Abendessen noch zu einer kleinen Besichtigungstour gereicht. 
Viel los in den Strassen von Brasov

Samstag, 9. Juli 2016

Mit 45 km/h durchs Donaudelta

Heute Morgen sind wir mit John unserem Vermieter (exclusiv - nur wir) ins Delta raus gefahren. War ein wirklich schöner Trip über fast drei Stunden und hat reichlich Fauna und Flora zu bieten gehabt, siehe Bilder:
John am Aussenborder, mit ordentlich Speed auf dem Weg zur Schutzzone

Pelikane

Verwunschene Wasserlandschaft
Heute war die schwierigste Aufgabe aus über 400 Bildern die Besten zu selektieren, das dauert und bereitet Kopfzerbrechen. :-) 41 davon gibt es unter dem gestrigen Bilderlink zu sehen.
Die Motorradetappe war heute mit 200 km eher klein und an der Küste entlang nicht besonders aufregend - am spannendsten wären wohl noch die kilometerlangen Sonnenblumenfelder zu nennen.
So weit das Auge reicht, Sonnenblumen 
 Zum Mittagessen hatte ich uns ein hübsches Strandrestaurant ausgesucht. Nur blöd, wenn man nach 8 km Sandpiste feststellt, daß dies das Einzige ist und leider kürzlich abgebrannt ist. Also den gesamten Weg bei 30 Grad wieder zurück...
Mal trocken und tiefsandig, mal schmoddrig und glatt - Strandpisten

Feinster Sandstrand am Schwarzen Meer

Mahlzeit - hier hätten wir gerne zu Mittag gegessen


Es fand sich ne halbe Stunde später glücklicherweise eine Alternative - aber wie fast immer in diesem Land, es dauerte über eine Stunde bis das Essen kam.
Spätnachmittags im städtebaulich wirklich hässlichen Constanza flugs unser Hotel bezogen und nix wie runter zum Strand. Ein Festtag für Maren, endlich Sonne, Strand und Meer.
Stadtstrand in Constanza - nicht überall ist es so voll
Nach der Baderei noch fein und bei bester Aussicht gegessen und im Anschluss eine Runde durch die morbide Altstadt gedreht. Ein runder Tag, fast ohne Moped.
Toplage oberhalb des Stadtstrands

ohne Worte



Ab morgen geht es wieder Richtung Norden, wieder rein in die Karpaten mit ordentlich Kurven und Bergen. Aber vorher müssen wir noch den flachen Küstenabschnitt hinter und bringen - das wird eher ein langer Tag.