Dienstag, 12. Juli 2016

Red Bull Romaniacs Prolog-Day

Unser erster Pausentag - zumindest was das Moped fahren angeht. Aber mit der anstrengendste überhaupt, beide sind wir platt bis in die Zehen.
Den ganzen Tag über treiben wir uns an der eigens gebauten Rennstrecke für die Startrennen der Rallye herum und machen ordentlich Kilometer zu Fuss.





Dazu noch ein wenig Sigtseeing in Hermannstadts Altstadt, und dies bei 32 Grad im Schatten. Locker kommen laut Schrittzähler rund 13 km zu Fuß zusammen.

Rathaus am Großen Platz
Die Red Bull Events sind ja immer etwas durchgeknallt - hier in Sibiu gleicht dies einem Volksfest, die ganze Stadt ist auf den Beinen und die Stimmung ist einzigartig.
Wer mehr dazu sehen will klickt hier:
http://www.redbullromaniacs.com/live/



Hier gibts noch ein aktuelles Video von heute: https://youtu.be/OViFyDOWSgE

Das soll es für heute schon gewesen sein - jetzt gehts zur letzten Runde durch die Stadt und zum Abendessen.

Montag, 11. Juli 2016

Transsilvanien und Transfăgărășan

Als erstes steht heute ein Besuch bei Dracula auf dem Programm.
Die Burg Bran wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, da sie  der Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.
Dracula Schloß Bran
Rund um die Burg sind reichlich Souvenir Läden aufgestellt. Rainer kann sich dafür nicht begeistern und so drehe ich alleine eine Runde durch das bunte Treiben und schaue nach Mitbringseln.

Nach dem Mittag kommen wir zum Highlight unserer Rumänien-Reise: Die Transfăgărășan ist eine 117 km lange Hochstraße, die das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen  verbindet. Der höchste Punkt liegt bei 2042 m. Insgesamt verläuft die Hochstraße über 833 Brücken und 28 Viadukte.

Transfăgărășan nördlicher Teil
Um den Vidraru-Stausee führen laut Karte zwei Strecken, einmal östlich und einmal westlich herum, und wir haben uns bei der Vorbereitung der Reise schon gewundert, warum alle Routen immer entlang der östlichen Seite des Sees verlaufen. Auch Google-Streetview konnte uns nicht weiterhelfen. Nun wissen wir es ;-) 
Die Strecke auf der Westseite ist unbefestigt und daher spontan die Strecke, die wir gewählt haben. Und das war genau die richtige Entscheidung! Wir hatten 20 km Offroad-Spaß für uns alleine. Mit jeder Menge Pfützen, Schlammlöcher und Schotter. Bei gutem Wetter eine Spaßroute - nach starkem Regen mindestens Denzel 4. Am Ende haben wir über beide Ohren gestrahlt und waren von oben bis unten mit Dreck bespritzt. Jetzt sehen die Motorräder endlich wie Reiseenduros aus :-)



Der bekannteste Teil der Transfăgărășan erwartet uns nach der Passhöhe. Kehre um Kehre geht es einige Kilometer ins Tal hinunter.


Aufgrund der Längsrillen im Asphalt ist der Part nicht schnell zu fahren, aber so hat man wenigstens etwas Zeit diese einmalige Straße zu bewundern. 
Ziel für heute Nacht und bis Donnerstag ist Sibiu/Hermannstadt, dem Zentrum Siebenbürgens. 
Hier finden die Red Bull Romanicas statt. Aber davon später mehr.

Sonntag, 10. Juli 2016

Zurück in die Karpaten bis Braşov

Heute ging es vom Schwarzen Meer zurück in die Karpaten. Die ersten 250 km durch das Flachland wurden zügig auf Autobahn und Landstraße zurückgelegt. Ab dem Mittag wurde es dann wieder kurviger. Insgesamt haben wir es heute auf fast 500 km geschafft.
Kilometerlang auf Schotter zu den Schlammvulkanen
Als Sehenswürdigkeit standen heute die Schlamm-Vulkane auf dem Programm. Die vom Navi vorgeschlagene kürzeste Strecke dorthin war offroad und führte durch eine tolle Landschaft. Bei den Schlamm-Vulkanen angekommen, erwarten uns wieder die bekannten  Touristenbusse. Sehenswert ist die Schlammlandschaft trotzdem!
Hier zwei kurze Videos: https://youtu.be/rqn1Q184Xhk und https://youtu.be/KicA8bfo3Nc

Blubbbb
Wie eine Gazelle ;-)))
Skurille Landschaft unterhalb der Vulkane
Weiter ging es Richtung Braşov. Die ersten Kilometer auf der DE10 waren etwas zäh. Die Dörfer in Rumänien sind zum großen Teil in einer Häuserreihe entlang der Straße gebaut, so ein Dorf kann sich also über viele Kilometer ziehen. Tempomäßig macht das keinen allzu großen Unterschied. Die von der Polizei tolerierte und allgemein gefahrene Geschwindigkeit beträgt ca. 75 km/h innerorts. Wer deutlich zu schnell ist, wird mit einem kurzen Aufheulen der Sirene ermahnt. 
Ab dem Buzău-Stausee wurden die Straßen deutlich leerer und die Strecke ist wunderschön zu fahren.
Buzău-Stausee


   

 Übernachten tun wir heute in Braşov. Unser Hotel liegt ziemlich zentral und so hat es uns vor dem Abendessen noch zu einer kleinen Besichtigungstour gereicht. 
Viel los in den Strassen von Brasov

Samstag, 9. Juli 2016

Mit 45 km/h durchs Donaudelta

Heute Morgen sind wir mit John unserem Vermieter (exclusiv - nur wir) ins Delta raus gefahren. War ein wirklich schöner Trip über fast drei Stunden und hat reichlich Fauna und Flora zu bieten gehabt, siehe Bilder:
John am Aussenborder, mit ordentlich Speed auf dem Weg zur Schutzzone

Pelikane

Verwunschene Wasserlandschaft
Heute war die schwierigste Aufgabe aus über 400 Bildern die Besten zu selektieren, das dauert und bereitet Kopfzerbrechen. :-) 41 davon gibt es unter dem gestrigen Bilderlink zu sehen.
Die Motorradetappe war heute mit 200 km eher klein und an der Küste entlang nicht besonders aufregend - am spannendsten wären wohl noch die kilometerlangen Sonnenblumenfelder zu nennen.
So weit das Auge reicht, Sonnenblumen 
 Zum Mittagessen hatte ich uns ein hübsches Strandrestaurant ausgesucht. Nur blöd, wenn man nach 8 km Sandpiste feststellt, daß dies das Einzige ist und leider kürzlich abgebrannt ist. Also den gesamten Weg bei 30 Grad wieder zurück...
Mal trocken und tiefsandig, mal schmoddrig und glatt - Strandpisten

Feinster Sandstrand am Schwarzen Meer

Mahlzeit - hier hätten wir gerne zu Mittag gegessen


Es fand sich ne halbe Stunde später glücklicherweise eine Alternative - aber wie fast immer in diesem Land, es dauerte über eine Stunde bis das Essen kam.
Spätnachmittags im städtebaulich wirklich hässlichen Constanza flugs unser Hotel bezogen und nix wie runter zum Strand. Ein Festtag für Maren, endlich Sonne, Strand und Meer.
Stadtstrand in Constanza - nicht überall ist es so voll
Nach der Baderei noch fein und bei bester Aussicht gegessen und im Anschluss eine Runde durch die morbide Altstadt gedreht. Ein runder Tag, fast ohne Moped.
Toplage oberhalb des Stadtstrands

ohne Worte



Ab morgen geht es wieder Richtung Norden, wieder rein in die Karpaten mit ordentlich Kurven und Bergen. Aber vorher müssen wir noch den flachen Küstenabschnitt hinter und bringen - das wird eher ein langer Tag.














Freitag, 8. Juli 2016

Ankunft im Rezervaţia Biosferei Delta Dunării

Frisch bei 15 Grad gestartet, sind wir heute Abend in Murighiol am Rande des Donaudeltas bei der doppelten Themperatur gelandet. Eigentlich hatten wir keinerlei Erwartungen, was das fahrtechnische Erlebnis des Tages angeht. Die Vorstellung war, daß das Delta absolut eben ist und die Strassen kerzengerade und langweilig mitten durch gehen.
Dies ist jedoch keineswegs der Fall.
Die Landschaft verändert sich permanent, mal eben wie ein Brett, dann wieder sehr waldreich und hügelig, um an der nächsten Ecke feinstes Agrarland mit vielfältigem Anbau von Feldfrüchten und Getreide incl. Reis zu bieten.

Statt Pferden heute mal ein Ochsenkarren

Immer wieder ertappe ich mich, wenn ich Kurve um Kurve unter die Räder nehme, daß ich diese Landschaft mit der Toskana vergleiche.
leicht toskanisch :-)
Um die Mittagszeit überquerten wir die Donau, mangels Brücke, per Fähre. Bei brütender Hitze und einer halben Stunde Wartezeit auch nicht die wahre Freude.
Donaufähre bei Braila       



Nun sind wir also nach nur einer Woche an unserem südöstlichsten Punkt angekommen und knapp 3000 km stehen auf dem Tacho. Bisher sehr abwechslungsreich und oftmals sehr positiv von der vorgefundenen Situation bzw. dem "Zustand" der erlebten Länder überrascht.
Ankunft im Donaudelta  
Da das Mittagessen heute etwas knapp ausfiel, gab es heute Abend ordentlich was auf die Gabel - es ist immer wieder erfreulich, wieviel man für sein Geld bekommt. Zwei Hauptgerichte, eins davon frischer Zander aus dem Delta, Salat, Fischsuppe und ein Liter Rosewein gibt es für gerade mal 120 Lei = etwa 25 €.
   
Unser heutiger "Herbergsvater" John führt Exkursionen ins Delta durch und daher starten wir morgen in  aller Frühe um 7:00 Uhr (nach deutscher Zeit um 6 Uhr) zu einer Bootstour mit hoffentlich reichlich Natur und Vogelwelt. Daher heißt es heute etwas früher Gute Nacht.





Wer noch mehr Bilder sehen will...

....folgt dem Link:
https://goo.gl/photos/SKmFSjhfULdojv4M9

Donnerstag, 7. Juli 2016

Bizac: Stausee und Schlucht

Wettertechnisch haben wir wirklich Glück. Kaum sind wir gestern im Hotel angekommen, hat es angefangen zu regnen und pünktlich nach dem Frühstück heute morgen wieder aufgehört. Straßentechnisch hatten wir die erste Stunde dafür etwas Pech. Die ersten 25 km gingen über unebene Betonelemente, die nächsten 25 km über Schlaglöcher, gefüllt mit Split. Da macht die schönste Kurve keinen Spaß. 
Bizac Stausee
Wunderschön zu fahren war dann aber die Strecke um den Bicaz-Stausee. Auch die Bicaz-Schlucht ist wirklich sehenswert! Das haben natürlich auch schon andere mitbekommen und das Touristenaufkommen ist entsprechend hoch. Busse quälen sich um die engen Kurven und blockieren sich gegenseitig. Hat man sich in der Autoschlange tapfer an die Sitze gekämpft, erwartet einen ein traumhafter Kurvenspaß auf top Asphalt. 

Bizac Schlucht
Mittagessen gab es dann etwas abseits vom Massentourismus.
Nachmittags waren wir einige Kilometer auf der Europastraße E578 unterwegs.
Das Bild ist wirklich skurril! Da führt eine breite, neue gebaute Straße durch ärmliche Dörfer. An das Tempolimit hält sich niemand und es passiert, dass man innerorts bei 75 km/h von einem LKW überholt wird. Dazwischen die Pferdegespanne, die aus dem letzten Jahrhundert sein könnten. Was in der Maramurischen passt, wirkt hier völlig fehl am Platz.
Auf einigen Strassen bereits verboten...
Das Fahrverhalten der LKWs ist mehr als riskant! Wir haben nun schon 2 gesehen, die in den kurvigen Bergpässen umgekippt sind, weil sie viel zu schnell unterwegs waren. Zeit ist hier wohl Geld...


Heute übernachten wir in einer eher abgelegenen und ärmlichen Gegend. Das Hotel kostet uns 50 Lei für das DZ, das sind umgerechnet 11,21 Euro. Die Hunde, die tagsüber im Zwinger waren, laufen nun frei auf der Straße rum. Raus möchte ich jetzt eher nicht mehr.
Das Halbfinale der EM läuft im Speisesaal- das wars dann wohl mit dem Endspiel. Gute Nacht.
Super Asphalt im Naturpark Putna-Vrancea

Mittwoch, 6. Juli 2016

Erste Eindrücke von Rumänien und der Besuch von Maramures und Bukovina

Unser erster Fahrtag in Rumänien ist durchwegs positiv geprägt. Das Wetter war warm und trocken, die Strassen anspruchsvoll und die Leute am Wegesrand sehr freundlich. Nach 300 km sind wir nun in unserem Hotel angekommen und haben fürstlich gespeist.

Begonnen hat der Tag wieder mal mit einem Unesco Welterbe und zwar dem Kloster Bârsana. Wunderschöne Holzbauten, schöne Gartenanlagen und reichlich Touristen - trotzdem allemal einen Besuch wert. Nach dem gestrigen Tag in der Ukraine, wurden wir strassenmässig fast schon verwöhnt. Überhaupt präsentiert sich Rumänien von einer sehr lieblichen Seite.
Keine Probleme irgendwelche Schrift zu entziffern, Bestellungen in englisch aufzugeben oder sich auch mal kurz mit jemandem zu unterhalten. Hier in der nordöstlichen Ecke Rumäniens dem Landstrich Maramures ist es wohl noch am ursprünglichsten und "rückständigsten" in ganz Rumänien. Die Gegend ist bekannt für seine Holzschnitzkunst, die Maramurescher Hoftore und die typischen Holzkirchen mit ihren spitzen Türmen.

Typisches handgeschnitztes Hoftor

Mănăstirea Bârsana

Ein kurzer Stop galt der Wassertalbahn in Vişeul de Sus, der letzten Waldbahn der Karpaten.
Leider war der Dampfzug für diesen Tag schon abgefahren, aber es stand immer noch genügend rustikales Eisen auf dem Gelände.
Statt Strassen nur Gleise...
 
Weiter ging es durch den Naturpark Munţii Maramureşului und über den Prislop-Pass. Dieser ist im Netz hinlänglich wegen seines schlechten Zustands bekannt und wurde auch genauso vorgefunden. An ukrainische Verhältnisse kommt er aber nicht ran. Nun erklärt sich, weshalb mein Navi für 145 km 4,5 Stunden veranschlagt hat. Auf einer Strecke von ca. 50 km darf offiziell nur 30 km/h gefahren werden - Realität sind eher 70 km/h, dann bügelt man leichter über die Unebenheiten hinweg.

Ursprünglich und ländlich ist es hier an jeder Ecke, seltenst sieht man einen Traktor im Einsatz. Die gesamte Heuernte wird hier noch mit Sense, Rechen und Gabel erledigt. Zum Transport kommt dann das Pferdefuhrwerk zum Einsatz.
Allgegenwärtig, selbst im dichten Verkehr
 
Und immer wird freundlich gegrüßt



   
   



Der Nachmittag gehört der Bucovina, dem Land der sanften Hügel, fruchtbaren Felder und bewaldeten Höhen. Wir besuchten die reich bemalten Kirchen und Klöster Moldovita und Suceviţa, die einzigartig in der Welt sind und ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe gehören. Die Landschaft erinnert ein bisschen an die Schweiz oder auch das Allgäu, die Pässe und der Belag sind feinstes Mopedrevier - der Unterschied ist jedoch: Keine Ampeln, keine Blitzer und in den Hügeln auch kaum Verkehr. Ein sehr lohnenswerter Tag. Ich würde sogar sagen: absolutes Pflichtprogramm bei einer Rumänienrundreise.



Mănăstirea Suceviţa

Mănăstirea Suceviţa

Aussicht ins Sadova-Tal